Therapiedauer

Bisphosphonate akkumulieren als potente Chelatbildner mit hoher Affinität zur anorganischen Knochensubstanz und wirken daher häufig auch noch Jahre nach Absetzen antiresorptiv auf den Knochenstoffwechsel. Auch Strontiumranelat bleibt nach Therapieende viele Monate im Knochen gespeichert.

Die Wirkung der Parathormon-Präparate, von Denosumab und von Raloxifen auf die Knochendichte klingen hingegen innerhalb von wenigen Monaten ab, so dass die in der Regel nach zwei- oder dreijähriger Therapie angestiegene Knochendichte innerhalb eines Jahres wieder auf das Ausgangsniveau abfällt, wobei die Bedeutung dieses Abfalls nach Therapieende für das Frakturrisiko unklar ist.

Die übliche Behandlungsdauer mit einem spezifischen Antiosteoporotikum beträgt in der Regel drei bis fünf Jahre (Parathormon-Präparate: maximal zwei Jahre); die Basistherapie soll danach weitergeführt werden. Ob antiosteoporotische Therapien über fünf Jahre hinaus noch den frakturpräventiven Nutzen weiter signifikant und klinisch relevant erhöhen, ist nicht erwiesen. Zudem sind auch mögliche Behandlungsrisiken verstärkt zu bedenken.

Knochendichteverlaufskontrollen zur Therapieüberwachung erscheinen bei oraler Antiosteoporotikatherapie alle ein bis zwei Jahre, bei intravenöser Therapie alle zwei Jahre und während einer Therapiepause jährlich (erstmalig bereits 9 bis 12 Monate nach Therapieende) sinnvoll.

Die Indikation zur Osteoporosebehandlung sollte nach drei Jahren reevaluiert werden insbesondere untere Berücksichtigung 

  •   einer konstanten Knochendichte unter der Therapie des Auftretens von Kontraindikationen
  •   verändertern Risikofaktoren (wie Absetzen einer Glukokortikoid-Dauertherapie, Raucherentwöhnung) 

Die Wiederaufnahme einer Osteoporosebehandlung sollte reevaluiert werden

  •   bei einem neuerlichen signifikanten Knochendichteabfall von > 5 % des DXA-Absolutwerts in g/cm² pro Jahr (LWS oder Gesamtfemurbereich)
  •   bei mehr als zwei neuen Frakturen ohne gravierende Traumata oder „
  •   bei anderen neu oder wieder aufgetretenen Risikofaktoren (z.B. Glukokortikoid-Dauertherapie)

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