Fiktiv zugelassene Arzneimittel
Das Arzneimittelgesetz (AMG) führte im Jahre 1976 ein vollständig umgestaltetes Zulassungsverfahren für Arzneimittel ein, das eine optimale Arzneimittelsicherheit gewährleisten sollte. Seit diesem Zeitpunkt bedürfen alle neuen Arzneimittel einer Zulassung, d.h. der Hersteller muss Nachweise über Qualität, Wirksamkeit und Unbedenklichkeit des Arzneimittels führen. Vor 1976 waren Arzneimittel aufgrund der bis dahin geltenden Bestimmungen lediglich formell registriert. Ein Nachweis der Qualität, Wirksamkeit und Unbedenklichkeit der Präparate lag nicht vor. Den pharmazeutischen Herstellern dieser Präparate wurde eine Übergangsfrist bis 1990 für ein Nachzulassungsverfahren, d.h. für einen nachträglichen Beweis der Qualität, Wirksamkeit und Unbedenklichkeit, gewährt. In dieser Zeit galten die Arzneimittel als fiktiv zugelassen und weiterhin als verkehrsfähig. Einige dieser Präparate sind bis zum heutigen Tag auf dem Markt verfügbar und aufgrund von noch nicht abgeschlossenen Nachzulassungsverfahren, z.B. aufgrund von Rechtsstreitigkeiten, verkehrsfähig und gelten weiterhin nur als fiktiv zugelassen. 
Nach der Rechtsprechung des Bundessozialgerichts (Urteil vom 27.09.2005, Az.: B 1 KR 6/04 R) sind diese Arzneimittel jedoch nicht zu Lasten der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) verordnungsfähig. Die Krankenkassen können bei der Verordnung entsprechender Arzneimittel im Einzelfall Regressanträge stellen.

Eine Liste der aktuell fiktiv zugelassenen verschreibungspflichtigen Arzneimittel veröffentlicht durch die Kassenärztlichen Vereinigung BW finden Sie hier.