Neurodermitis

Pimecrolimus ist nur als Zweitlinientherapie für Patienten ab 2 Jahren mit leichtem oder mittelschwerem atopischem Ekzem zugelassen, wenn eine Behandlung mit topischen Kortikosteroiden unwirksam, nicht verträglich oder nicht empfehlenswert ist (z.B. Langzeitbehandlung im Gesicht- / Halsbereich). Das Arzneimittel kann zur Kurzzeitbehandlung von Anzeichen und Symptomen des atopischen Ekzems angewendet werden sowie zur intermittierenden Langzeitbehandlung, um das Auftreten von akuten Ekzemschüben zu verhindern. Ist nach 6 Wochen keine Besserung zu erkennen oder tritt eine Exazerbation ein, sollte das Präparat nicht weiter angewendet werden. Die Diagnose "atopisches Ekzem" sollte überprüft und weitere Therapieoptionen in Betracht gezogen werden. 

Tacrolimus ist zugelassen als Zweitlinientherapie für die Behandlung des Ekzemschubs bei mittelschwerem bis schwerem atopischem Ekzem

  • bei Jugendlichen und Erwachsenen (ab 16 Jahren), die auf herkömmliche Therapien wie z.B. topische Kortikosteroide nicht ausreichend ansprechen oder diese nicht vertragen 
  • bei Kindern (ab 2 Jahren), die nicht ausreichend auf eine herkömmliche Therapie wie z.B. topische Kortikosteroide angesprochen haben.

Tacrolimus ist ebenfalls zugelassen für die Erhaltungstherapie bei Patienten ab 2 Jahren mit mittelschwerem bis schwerem atopischem Ekzem mit häufigen Exazerbationen (d.h. viermal oder öfter pro Jahr), die initial auf eine Behandlung mit zweimal täglicher Applikation von Tacrolimus-Salbe nach spätestens 6 Wochen ansprechen.

Wegen eines wahrscheinlich erhöhten Risikos für das Auftreten von Lymphomen und eines nicht auszuschließenden erhöhten Risikos von Hautkrebserkrankungen im Zusammenhang mit der Gabe von Calcineurin-Inhibitoren, sollte sich nach Ansicht der AkdÄ die Anwendung und die eingesetzt Dosierung strikt an der Zulassung orientieren.
Quelle: Fachinformationen Pimecrolimus und Tacrolimus Externa  

Bundesweite Praxisbesonderheiten
Dupilumab (Dupixent®) ist zugelassen zur Behandlung von

  1. mittelschwerer bis schwerer atopischer Dermatitis bei Erwachsenen und Jugendlichen ab 12 Jahren, die für eine systemische Therapie in Betracht kommen und
  2. als Add-on-Erhaltungstherapie bei Erwachsenen und Jugendlichen ab 12 Jahren mit schwerem Asthma mit Typ-2-Inflammation, gekennzeichnet durch eine erhöhte Anzahl der Eosinophilen im Blut und/oder erhöhtes FeNO, das trotz hochdosierter inhalativer Kortikosteroide (ICS) plus einem weiteren zur Erhaltungstherapie angewendeten Arzneimittel unzureichend kontrolliert ist und
  3. als Add-on-Therapie mit intranasalen Kortikosteroiden zur Behandlung von Erwachsenen mit schwerer CRSwNP (Chronische Rhinosinusitis mit Nasenpolypen), die mit systemischen Kortikosteroiden und/oder chirurgischem Eingriff nicht ausreichend kontrolliert werden kann.
  • Geltungsbereich als Praxisbesonderheit (seit dem 01.12.2018) im Anwendungsgebiet mit Zusatznutzen laut G-BA-Beschluss vom 17.05.2018:
    zur Behandlung von mittelschwerer bis schwerer atopischer Dermatitis (AD) bei erwachsenen Patienten, die für eine systemische Therapie in Betracht kommen

Es gibt einen Hinweis für einen beträchtlichen Zusatznutzen gegenüber einem patientenindividuell optimierten Therapieregime in Abhängigkeit der Ausprägung der Erkrankung und unter Berücksichtigung der Vortherapie, unter Berücksichtigung folgender Therapien: 

  • Topische Glukokortikoide der Klassen 2 bis 4 
  • Tacrolimus (topisch) 
  • UV-Therapie (UVA2/NB-UVB3)
  • systemische Glukokortikoide (nur kurzfristig im Rahmen einer Schubtherapie) 
  • Ciclosporin 

Andere Anwendungsgebiete und Anwendungsgebietserweiterungen sind ausdrücklich nicht von dieser Praxisbesonderheit eingeschlossen. Die Vorgaben der Fachinformation sind zu berücksichtigen. 

Bei Patienten, die nach 16 Behandlungswochen kein adäquates klinisches Ansprechen aufweisen, ist die Behandlung zu beenden. Ein adäquates Ansprechen ist definiert als: 

  • eine Reduktion des EASI-Scores um mindestens 50% gegenüber des festgestellten EASI-Scores zu Therapiebeginn oder 
  • eine Reduktion des DLQI-Scores um mindestens 4 Punkte gegenüber des festgestellten DLQI-Scores zu Therapiebeginn.

Vor Beginn der Behandlung mit Dupixent® sind die entsprechend aufgeführten Gegenanzeigen zu beachten. 

Die Anerkennung als Praxisbesonderheit gilt nicht bei der Anwendung von Dupixent® außerhalb der gesetzlich bestimmten Bedingungen (im Rahmen eines nicht bestimmungsgemäßen Gebrauchs, „Off-Label-Use“).

Die Dokumentation sollte beinhalten: genaue Diagnose (siehe Geltungsbereich Praxisbesonderheit), Therapieansprechen, Anwendungsdauer.