wirtschaftliche Antibiotikatherapie bei Harnwegsinfekten

Harnwegsinfektionen werden vorwiegend durch gramnegative bakterielle Erreger, vor allem durch Escherichia coli (E. coli) verursacht. Grundlage für eine rationale Antibiotikatherapie sind die korrekte Diagnosestellung, die kritische Indikation zum Einsatz von Antibiotika, die Wahl des geeigneten Antibiotikums sowie die Verlaufskontrolle mit Festlegung der Behandlungsdauer. Eine kritische Indikationsstellung dient dem Patienten, verringert den Selektionsdruck zugunsten resistenter Erreger und senkt die Kosten.

Bei Kindern und Jugendlichen sind für die orale Antibiotikatherapie der akuten unkomplizierten Zystitis und der akuten unkomplizierten Pyelonephritis Cephalosporine der Gruppe 2/3 bzw. der Gruppe 3 Mittel der ersten Wahl. Bei (rezidivierenden) Harnwegsinfektionen älterer Mädchen (> 12 Jahre) mit eindeutigen klinischen Symptomen einer Zystitis kann auch Fosfomycin-Trometamol eingesetzt werden. Die empfohlene Therapiedauer liegt in der Regel bei 3 (–5) Tagen (außer bei Fosfomycin-Trometamol). Kürzere Therapiezeiten gehen im Kindesalter mit einem höheren Rezidivrisiko einher.
Quelle: KBV - Wirkstoff aktuell Rationale Antibiotikatherapie bei Harnwegsinfektionen