2. Screening und Diagnosestellung
Übergeordnetes Ziel des Screenings und der Diagnostik ist die Erkennung von Stoffwechselstörungen, deren Therapie zu einer relevanten Reduktion von Folgeerkrankungen und Verlängerung der Lebenszeit führt und die Lebensqualität erhält oder verbessert.
2.1 Screening
Ein Screening soll Menschen mit erhöhtem Diabetesrisiko (z.B. familiäre Krankheitshäufung, Alter, Adipositas) angeboten werden, um Frühdiagnosen zu ermöglichen und Folgeerkrankungen zu verhindern [4].
2.2 Diagnostik
Bei der Diagnosestellung des Typ-2-Diabetes ist es wichtig, die Patienten mit all ihren Kontextfaktoren (Umweltfaktoren und personenbezogene Aspekte, die den Lebenshintergrund eines Menschen abbilden) zu erfassen und sich bei der Betrachtung nicht auf einzelne Laborwerte zu beschränken.
Typ-2-Diabetes kann über einen langen Zeitraum asymptomatisch verlaufen. Daher ist die Anamnese hinsichtlich diabetesspezifischer Symptome zu Beginn der Erkrankung nicht immer zielführend. Große Bedeutung hat sie aber bei der Evaluation des Diabetesrisikos und beeinflussender Faktoren des Glukosestoffwechsels (z. B. Medikamenteneinnahme, akute Erkrankungen, vorherige Nahrungsaufnahme).
Die Diabetes-Diagnose soll auf Grundlage von mindestens zwei bestätigten Laborwerten gestellt werden (siehe Tab. 1). Hierbei kann die Bestätigung durch eine Wiederholung desselben Parameters, oder die Bestimmung eines der anderen Laborparameter erfolgen (z.B. simultane Bestimmung, Nachbestimmung des HbA1c-Wertes aus derselben Blutprobe oder zeitversetzte Bestimmung). Die Diagnose wird als bestätigt angesehen, wenn zwei Ergebnisse der Laborwerte (Nüchternplasmaglucose (NPG) + HbA1c, NPG + Gelegenheitsplasmaglucose (GPG), 2x NPG, HbA1c + GPG) im pathologischen Bereich liegen. Bei Personen mit bereits bestehenden diabetesspezifischen Symptomen kann auch ein eindeutig pathologisches Ergebnis eines Laborparameters zur Diagnosestellung ausreichend sein.
Tab. 1: Labordiagnostik [5]