Verordnung von Protonenpumpemhemmer

PPI und medikamentöse Schmerztherapie
Bei Verordnung von NSAR ist keine routinemäßige Zusatzverordnung von Protonenpumpenhemmern (PPI) notwendig. Nur bei erhöhtem gastrointestinalem Risiko (z. B. anamnestisch bekannte Ulzera oder gastrointestinale Blutungen, Kortikosteroidtherapie, Helicobacter pylori-Infektion, Alkoholismus) oder Auftreten von Magen-Darm-Symptomen und nicht ausreichendem Ansprechen auf Paracetamol wird eine Kombination von nichtselektiven Cox-Hemmern und PPI als Therapie empfohlen.
Quelle: KBV – Wirkstoff aktuell zu oralen und transdermalen Analgetika bei degenerativen Gelenkerkrankungen  

PPI nach Klinikentlassung
Die PPI-Entlassmedikation nach stationärem Aufenthalt sollte hinsichtlich Notwendigkeit und Dosierung hinterfragt werden. So sollten Hinweise auf eine gesicherte Indikationen für die PPI-Verordnung aus dem Entlassbrief hervorgehen. Zumeist erfolgt die Gabe von PPI während stationärem Aufenthalt zur Vermeidung von Stressulcera und insbesondere bei Aufenthalten auf der Intensivstation.

PPI und Verordnungsfähigkeit
Es sind verschreibungsfreie PPI verfügbar. Diese sind zugelassene zur Behandlung von Refluxsymptomen (z.B. Sodbrennen, Säurerückfluss) bei Erwachsenen. Für diese Indikationen gilt, dass nach der Arzneimittel-Richtlinie des gemeinsamen Bundesausschusses der behandelnde Arzt nicht verschreibungspflichtige Arzneimittel zu Lasten des Versicherten verordnen soll, wenn sie zur Behandlung einer Erkrankung medizinisch notwendig, zweckmäßig und ausreichend sind. In diesen Fällen kann die Verordnung eines verschreibungspflichtigen Arzneimittels unwirtschaftlich sein.