4. Dauer der Migräne Prophylaxe

Die Dauer einer wirkungsvollen Behandlung mit einer Migräneprophylaxe hängt von der Schwere der Migräne, von Komorbiditäten (z. B. Medikamentenübergebrauchs-Kopfschmerzen, Depression) und der verabreichten Substanz ab. Nach der initialen Therapiephase von 3 Monaten (Therapieansprechen) soll die Indikation für die medikamentöse Prophylaxe weiterhin regelmäßig im Verlauf kontrolliert und überprüft werden. Flunarizin soll gemäß der Fachinformation nicht länger als 6 Monate genommen werden. Alle anderen Substanzklassen werden in der Regel mindestens 9 Monate gegeben. Danach soll ein Auslassversuch oder eine Therapiepause vorgenommen werden und überprüft werden, ob der Therapieerfolg auch nach Absetzen der Medikation bestehen bleibt oder ggf. eine Wiederaufnahme mit der zuletzt wirksamen Medikation bei erneuter Verschlechterung vorgenommen werden sollte.
Bei Patienten mit niederfrequenter (< 8 monatliche Migränetage (MMD)) episodischer Migräne zu Behandlungsbeginn, kürzerer Erkrankungsdauer und ohne komorbide Erkrankungen wie Depression, Angststörung oder chronische Schmerzerkrankung wird empfohlen, die Therapie 9 bis 12 Monate bei klinisch signifikanter Reduktion der Migräne (d.h. ≥ 50 % Reduktion MMD, ≥ 30 % Reduktion MIDAS, ≥ 5 Punkte Reduktion HIT-6) durchzuführen, bevor ein Auslassversuch der Migräneprophylaxe erfolgt. Bei Patienten mit längerer Migräneanamnese, hochfrequenter episodischer (≥ 8 MMDs) oder chronischer Migräne zu Behandlungsbeginn und Begleiterkrankungen wie Depression, Angststörung oder chronische Schmerzerkrankung wird empfohlen, die Therapie mindestens 12 bis 24 Monate bei klinisch signifikanter Reduktion der Migräne (d. h. ≥ 30 bis ≥ 50 % Reduktion MMD, ≥ 30 % Reduktion MIDAS, ≥ 5 Punkte Reduktion HIT), bevor ein Auslassversuch der Migräneprophylaxe erfolgt [1].